Visa-Probleme Tschernobylkinder

Die Visa-Beantragung bei der Deutschen Botschaft in Minsk/Belarus wird voraussichtlich ab Februar dahingehend verändert, dass von allen Personen im Alter ab 12 Jahren biometrische Daten benötigt werden. Dazu müssten sie nach Minsk in die deutsche Botschaft reisen und die biometrischen Daten abgeben.
Herr Schrieverhoff, Leiter der Visastelle der Botschaft in Minsk, hat sich bereits dazu gegenüber der Asbacher Initiative geäußert (vgl. Mail).
Dieses Verfahren ist aus unserer Sicht undurchführbar.
Die Informationsstelle Tschernobyl hat daher Herrn Außenminister Steinmeier angeschrieben, damit wir Unterstützung bekommen und diese unüberwindbaren bürokratischen Hürden nicht aufgestellt werden (siehe Anschreiben).

Wir bitten Sie, selber auch aktiv zu werden:
Schreiben Sie ebenfalls ans Außenministerium. Dafür können Sie unseren Brief oder Teile daraus gerne verwenden.
Nehmen Sie Kontakt zu Ihren Abgeordneten im Bundestag und im EU-Parlament auf. Senden Sie Ihnen den Brief von Herrn Schrieverhoff und unseren oder Ihren Brief, damit Ihre Abgeordneten informiert sind und Sie unterstützen.

Wir empfehlen den Tipp von Herrn Schrieverhoff zu beherzigen und die Visa schon bis Mitte Januar zu beantragen, möglichst für 5 Jahre. Das ist allerdings keine perfekte Lösung, da auf diese Weise Kindern nicht später zu diesen Bedingungen ein Visum erteilt werden kann, z.B. wenn kurzfristig ein Kind noch auf die Einladungsliste gesetzt wird.

Aufnahme der biometrische Daten bei der Visa-Beantragung wird verschoben.

Am 22.12.2014 erreichte uns folgende Mail von der Deutschen Botschaft in Minsk:

Die Einführung des VIS und damit der Abnahme von Fingerabdrücken wird aus technischen Gründen doch nicht zum 29.01.2015 erfolgen, sondern zu einem späteren Datum. Wann genau dies sein wird, steht noch nicht fest, allerdings sicher nicht vor Ende März. Ich werde Sie umgehend wissen lassen, wenn mir näheres bekannt wird. Für Sie bedeutet dies: Je früher Sie im nächsten Jahr die Anträge für Ihre Kinder und Betreuer einreichen können, desto wahrscheinlicher, dass ihnen zumindest 2015 die Abgabe von Fingerabdrücken und damit Anreise zur Botschaft erspart bleibt. Bei Antragstellung bis inkl. März dürften Sie jedenfalls der Biometrie zuvorkommen.

Was die weiteren Fragen wie z.B. Entsendung von Mitarbeitern mit mobilen
Geräten oder Beantragung der Visa durch die Kinder bei einem
Zwischenstopp des Reisebusses in Minsk angeht, würde ich auf Sie
zurückkommen, sobald das Datum für die Einführung des VIS feststeht, da
davon abhängig sein wird, ob solche Maßnahmen im nächsten Jahr überhaupt
notwendig werden.

Mit freundlichen Grüßen

Claire Mesch
1. Vorsitzende der Informationsstelle Münster (Verbund der ems- und münsterländischen Tschernobyl-Initiativen)

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