Visa-Änderungen für Tschernobylkinder

Die Visa-Beantragung bei der Deutschen Botschaft in Minsk/Belarus wird voraussichtlich ab Februar dahingehend verändert, dass von allen Personen im Alter  ab 12 Jahren biometrische Daten benötigt werden. Dazu müssten sie nach Minsk in die deutsche Botschaft reisen und die biometrischen Daten abgeben.
Herr Schrieverhoff, Leiter der Visastelle der Botschaft in Minsk, hat sich bereits dazu gegenüber der Asbacher Initiative geäußert.
Dieses Verfahren ist aus unserer Sicht undurchführbar.
Die Informationsstelle Tschernobyl hat daher Herrn Außenminister Steinmeier angeschrieben, damit wir Unterstützung bekommen und diese unüberwindbaren bürokratischen Hürden nicht aufgestellt werden.

Die Familien müssen ca. 300 km nach Minsk reisen, um dort die biometrischen Daten abzugeben. Für unsere Kinder ist diese Verfahren nicht durchführbar. Die Kinder verlieren Gesundheit.

Aus diesem Grund haben wir mit einem Schreiben unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht und folgende Mitglieder im Bundestag und Europaparlament um Unterstützung gebeten:

Frau Anja Karliczek, MDB; Herrn Wilfried Grunnendahl, MDL; Herrn Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments; Dr. Markus Pieper, MDEP

Aufnahme der biometrische Daten bei der Visa-Beantragung wird verschoben.

Am 22.12.2014 erreichte uns folgende Mail von der Deutschen Botschaft in Minsk:

Die Einführung des VIS und damit der Abnahme von Fingerabdrücken wird aus technischen Gründen doch nicht zum 29.01.2015 erfolgen, sondern zu einem späteren Datum. Wann genau dies sein wird, steht noch nicht fest, allerdings sicher nicht vor Ende März. Ich werde Sie umgehend wissen lassen, wenn mir näheres bekannt wird. Für Sie bedeutet dies: Je früher Sie im nächsten Jahr die Anträge für Ihre Kinder und Betreuer einreichen können, desto wahrscheinlicher, dass ihnen zumindest 2015 die Abgabe von Fingerabdrücken und damit Anreise zur Botschaft erspart bleibt. Bei Antragstellung bis inkl. März dürften Sie jedenfalls der Biometrie zuvorkommen.

Was die weiteren Fragen wie z.B. Entsendung von Mitarbeitern mit mobilen
Geräten oder Beantragung der Visa durch die Kinder bei einem
Zwischenstopp des Reisebusses in Minsk angeht, würde ich auf Sie
zurückkommen, sobald das Datum für die Einführung des VIS feststeht, da
davon abhängig sein wird, ob solche Maßnahmen im nächsten Jahr überhaupt
notwendig werden.

Aufnahme der biometrische Daten vor Ort

Die Aufnahme der biometrischen Daten zur Visabeantragung der Kinder aus Svensk, im Alter über 12 Jahren,  wurden zu Gunsten der Tschernobyl-Initiativen im Münsterland erweitert. In diesem Jahr werden die biometrischen Daten der Kinder, vor Ort in Svensk, von Mitarbeitern der Deutschen Botschaft in Minsk aufgenommen.

Wir bedanken uns bei unseren Freunden, die uns in dieser Angelegenheit unterstützt haben.

Besonderen Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Visastelle der Deutschen Botschaft in Minsk,  die immer bemüht waren, für uns Initiativen eine gute Regelung zu treffen.

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