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Initiative Ibbenbüren

In­itia­ti­ve — Grün­dung

Die An­fän­ge der In­itia­ti­ve in Ib­ben­bü­ren ge­hen in das Jahr 1991 zu­rück. Die Leh­re­rin an der Aa­see-Haupt­schu­le Hei­drun Schä­fer knüpft ei­nen Kon­takt mit der “Schu­le 94” in Minsk. Es kommt zu ei­ner Schul­part­ner­schaft.

Schon 1990  hat­te der en­van­ge­li­sche Kir­chen­kreis Müns­ter in Ver­bin­dung  mit dem Stu­den­ten­pfar­rer Wer­ner Lin­de­mann  die­se Part­ner­schafts-Ar­beit be­gon­nen.

1992 be­ge­ben sich Hei­drun Schä­fer und ihr Mann Er­hard Schä­fer auf ei­ne Be­suchs­rei­se nach Weiß­russ­land und be­geg­nen den Mins­ker In­itia­to­ren Dr. Iri­na Gru­sche­wa­ja und ih­rem Mann Gena­dij Gru­sche­woj.

Bei­de hat­ten 1989 die Stif­tung  „Den Kin­dern von Tscher­no­byl“ ins Le­ben ge­ru­fen, die es sich zum Ziel ge­setzt hat­te, den Men­schen in den von der Atom­ka­ta­stro­phe ver­strahl­ten Ge­bie­ten zu hel­fen.

Als Hei­drun Schä­fer 1996 ge­fragt wur­de, was sie und ihr Mann zur Grün­dung der Ib­ben­bü­re­ner In­itia­ti­ve ge­führt ha­be, ant­wor­te­te sie:

„Es war ei­ne Rei­se nach Weiß­russ­land (1992), bei der wir die In­itia­to­ren der Mins­ker Tscher­no­byl-In­itia­ti­ve ken­nen lern­ten. Sie hat uns so be­ein­druckt ob des un­be­schreib­li­chen Scha­dens und der Ent­schlos­sen­heit, den be­trof­fe­nen Men­schen zu hel­fen.“

1993 star­ten Hei­drun und Er­hard Schä­fer ei­nen öf­fent­li­chen Auf­ruf. Sie wol­len Gast­el­tern fin­den, die be­reit sind für 3 ½ Wo­chen Kin­der aus der Mit­tel­schu­le in Svensk  auf­zu­neh­men. Über 60 El­tern mel­den sich. Die Ev. Kir­chen­ge­mein­de Ib­ben­bü­ren über­nimmt die Schirm­herr­schaft.

Auf die Fra­ge, wie es zu dem Kon­takt mit der Schu­le in Svensk  ge­kom­men ist , sagt Hei­drun Schä­fer 1996:

„Als die Mins­ker In­itia­ti­ve an­ge­fan­gen hat, sich um die Fol­gen der Tscher­no­byl-Ka­ta­stro­phe zu küm­mern, da ist sie auf die­ser Spur auch auf den Ort Svensk ge­sto­ßen. Der di­rek­te Kon­takt ist dann über Pfar­rer Lin­de­mann und die In­for­ma­ti­ons­stel­le für Tscher­no­byl-In­itia­ti­ven in Müns­ter er­folgt.“

Der ers­te Gast­el­tern­auf­ruf

Un­ver­gess­lich  ist der 12. Ja­nu­ar 1993. Hei­drun und Er­hard Schä­fer hat­ten in das „Al­te Pfarr­haus“ an der „Chris­tus­kir­che“ ein­ge­la­den.  Ge­sucht wur­den Ein­zel­per­so­nen und Gast­el­tern, die sich für die Auf­nah­me von Fe­ri­en­kin­dern aus der ver­strahl­ten Re­gi­on um das  Atom­kraft­werk Tscher­no­byl in­ter­es­sier­ten.

“Ich kam kurz vor 20.00 Uhr an das Haus und muss­te fest­stel­len, dass al­le Zu­gän­ge zu dem gro­ßen Grup­pen­raum blo­ckiert wa­ren. Müh­sam muss­te  ich mir mei­nen Weg bah­nen. Im Grup­pen­raum  wa­ren nicht nur al­le Stüh­le be­setzt, auch an den Wän­den stan­den die War­ten­den. Solch ei­nen An­drang hat­te nie­mand er­war­tet. Dass ich als Ge­mein­de­pfar­rer und „Haus­herr“ sol­che  Mü­he auf­wen­den muss­te, um in mein ei­ge­nes Haus zu kom­men, das war mir noch nie pas­siert. Es wa­ren so vie­le ge­kom­men, die hel­fen woll­ten, ob evan­ge­lisch oder ka­tho­lisch oder kei­ner Kon­fes­si­on an­ge­hö­rend, dass es am En­de viel zu we­ni­ge Kin­der gab, um al­le mit ei­nem Fe­ri­en­kind zu ver­sor­gen. Es war wie ei­ne Bür­ger­be­we­gung, bei der mög­lichst je­der von An­fang an da­bei sein woll­te. So hat es an­ge­fan­gen mit den Men­schen in Ib­ben­bü­ren.” (Rein­hard Paul, Pfar­rer der Ev. Kir­chen­ge­mein­de Ib­ben­bü­ren  1975 ‑2000)

Vom 02. – 27.09. 1993  kom­men erst­ma­lig  38 Kin­der und 3 Be­treu­er nach Ib­ben­bü­ren. Kli­cken Sie hier um mehr aus der Chro­nik un­se­rer In­itia­ti­ve zu le­sen.

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